Ältere Gründerinnen und Gründer

Existenzgründung durch ältere Gründerinnen und Gründer

Die geburtenstarken Jahrgänge kommen „in die Fünfziger". Gleichzeitig geht die Zahl der Geburten zurück. Für Ältere wird es zudem zunehmend schwieriger, aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Arbeitsverhältnis zu finden. Daher zählen schon heute immer mehr Gründerinnen und Gründer zur Gruppe „50 plus".

Chance: Berufs- und Lebenserfahrung
Ältere Gründerinnen und Gründer haben Jüngeren eines voraus: ihre Lebenserfahrung. Dadurch gehen sie erwiesenermaßen sehr zielgerichtet in den verschiedenen Gründungsphasen vor. Typisch für sie sind auch Planungs- und Führungserfahrung durch Berufstätigkeit und - insbesondere bei Frauen - durch die Familienarbeit. Außerdem haben sie meist ein gefestigtes Selbstvertrauen, eine realistische Risikoeinschätzung und Erfahrungen damit, Verantwortung zu tragen, langjährige Berufserfahrungen, Erfahrungen in der Arbeitsorganisation, Kommunikations- und Teamfähigkeit und vielfältige Kontakte zu potenziellen Kunden.

Tipps für ältere Gründerinnen und Gründer

Förderung
Grundsätzlich stehen natürlich auch älteren Gründerinnen und Gründern die gängigen Förderdarlehen zur Verfügung.

Kredite
Gründerinnen und Gründer ab dem 50. Lebensjahr haben erfahrungsgemäß häufiger Schwierigkeiten, Bankkredite oder Förderdarlehen zu erhalten. Die Finanzinstitute unterstellen bei Älteren höhere Risiken. Wichtig ist daher ein Erfolg versprechendes Unternehmenskonzept mit einem genauen Rückzahlungsplan.

Förderung bei fehlendem Eigenkapital
Vor allem langzeitarbeitslose ältere Gründerinnen und Gründer haben ein angespartes Sparguthaben aufgebraucht. Daher fehlt Ihnen häufig Eigenkapital für den Start in die Selbständigkeit. Für sie kommen die Förderdarlehen in Frage, die auch bei geringem oder keinem Eigenkapital gewährt werden können:
Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (GuW)
KfW-StartGeld
Mikrofinanzfonds Deutschland

Kaufmännisches Know-how
Trotz langjähriger Berufs- und Branchenerfahrungen fehlen vielen älteren Gründerinnen und Gründern das erforderliche kaufmännische Know-how und notwendige betriebswirtschaftliche Kenntnisse (z.B. zu Kundenakquise, Verkauf, Vertrieb). Sie sollten vor allem die Weiterbildungsangebote der Kammern und Branchenverbände nutzen oder über eine Teamgründung mit einem kaufmännisch versierten Partner nachdenken.

Wiedereinsteigerinnen
Viele Frauen, die nach einer Familienpause wieder ins Arbeitsleben zurückkehren, müssen ihr Fachkenntnisse auf den neuesten Stand bringen: Auch sie sollten vor allem die Weiterbildungsangebote der Kammern und Branchenverbände nutzen. Oft haben sie auch Probleme, das Startkapital für eine Gründung zu beschaffen. Mögliche Förderdarlehen auch bei geringen oder ohne Eigenkapital: KfW-StartGeld sowie der Mikrofinanzfonds Deutschland.

Projekt "ReAktiv50+"
Für Langzeitarbeitslose ab 50 hat das JobCenter Märkisch-Oderland gemeinsam mit der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft MOL mbH ein Modellprojekt entwickelt. Die Erfahrungen aus dem Programm ReAktiv 50+ helfen dieser Zielgruppe, sich "neue Wege in Beschäftigung" zu erschließen, eigene Potenziale zu erkennen und diese gezielt für den Aufbau einer eigenen Existenz einzusetzen.


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