Übergabeplanung

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Je mehr Zeit Sie sich für die Vorbereitung einer Unternehmensübergabe nehmen, desto besser. Orientieren Sie sich dabei an den folgenden Schritten:

Schritt 1: Loslassen können
Auch wenn Sie noch eine Zeitlang Ihrem Nachfolger im Unternehmen zur Seite stehen wollen oder sollen: Überlegen Sie jetzt schon, welche neuen Schwerpunkte Sie sich im Leben setzen möchten. Wollen Sie als Senior-Berater tätig sein? Möchten Sie Ihren Ruhestand genießen? Möchten Sie ein neues Unternehmen gründen? Versuchen Sie, dabei schon die ersten "Pflöcke einzuschlagen" und knüpfen Sie erste Kontakte und machen Sie Pläne für Ihre Zukunft.

Schritt 2: Nachfolger suchen
Wenn Ihnen kein Familienangehöriger oder Mitarbeiter zur Verfügung steht, helfen Ihnen Nachfolgebörsen bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin oder einem Nachfolger.

Schritt 3: Nachfolger kennen lernen
Sollten Sie vorhaben, während einer Übergangszeit das Unternehmen gemeinsam mit Ihrem Nachfolger zu führen, sollten Sie sicher sein, dass "die Chemie" stimmt. Sie müssen beispielsweise wissen, wie Sie selbst und Ihr Gegenüber sich in Konfliktsituationen verhalten. Dies gilt übrigens nicht nur für externe Nachfolger, sondern auch für Nachfolger aus der Familie oder aus dem Betrieb.

Schritt 4: Unternehmenswert ermitteln
Nehmen Sie gemeinsam mit Ihrem Nachfolger das Unternehmen genau "unter die Lupe". Lassen Sie sich dabei in jedem Fall von einem externen Berater unterstützen.

Schritt 5: Unternehmenspreis ermitteln
"Den" Preis für ein Unternehmen gibt es nicht. Er richtet sich immer nach Angebot und Nachfrage. Grundlage sind natürlich die Unternehmenswerte und vor allem die Ertragsaussichten. Ziehen Sie bei den Preisverhandlungen einen Berater hinzu, der sowohl von Ihnen als auch vom Nachfolger akzeptiert wird.

Schritt 6: Übergabefahrplan erstellen
Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Berater und Ihrem Nachfolger einen Fahrplan für die Übertragung. Alle notwendigen Schritte sollten hier bis zum Zeitpunkt der Übergabe enthalten sein.

Schritt 7: Zahlungsmodalitäten klären
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Verkaufspreis bzw. Abfindungszahlungen an Miterben zu zahlen. Achten Sie dabei allerdings darauf, dass die Liquidität des Unternehmens dabei nicht leidet. Überlegen Sie daher gemeinsam, ob z.B. eine Ratenzahlung empfehlenswert ist. Lassen Sie sich auch beraten, inwieweit Sie durch die Übertragung des Unternehmens einen Beitrag zu Ihrer Altersabsicherung leisten können.

Schritt 8: Rechtliche, vertragliche und steuerliche Fragen klären
Welche vertraglichen Bindungen und Haftungen existieren über die Übertragung hinaus? Welche Steuern fallen in welcher Höhe je nach Übertragungsart an? Eine Vielzahl dieser Fragen müssen Sie vorab klären.

Schritt 9: Vertrag schließen
Bei der Abfassung von Kauf- oder Schenkungsverträgen sowie Testamenten sollten Sie die Hilfen von Notaren in Anspruch nehmen.

Schritt 10: Notfallplanung
Wer das Unternehmen einmal weiterführen soll, ist nicht nur eine Frage für älter werdende Unternehmer. Eine Notfallplanung gehört in die Schublade jedes Unternehmers. Denn auch bei Unfall oder längerer Krankheit der Geschäftsführung muss das Unternehmen zuverlässig fortgeführt werden. Wer leitet das Unternehmen, wenn die Geschäftsführung kurzfristig ausfällt? Eine überlebenswichtige Frage, die auch die Banken und Sparkassen immer häufiger vor einer Kreditvergabe stellen. Hintergrund: die geforderte Risikobewertung von Unternehmen (Rating) nach den BASEL II-Kriterien, die für mehr Sicherheit im Kreditgeschäft sorgen sollen. Eine sorgfältige Notfallplanung bringt Pluspunkte beim Rating und sollte daher möglichst bald nach dem Unternehmensstart erstellt werden.

  • Wer kann die Geschäfte im Notfall übernehmen?
  • Ist die- bzw. derjenige über die laufenden Geschäfte informiert?
  • Hat die- bzw. derjenige Zugang zu allen wichtigen Geschäftsunterlagen?
  • Besitzt die- bzw. derjenige im Notfall Vollmachten bzw. Prokura (= handelsrechtliche Vollmacht) z. B. für Bankgeschäfte, Verträge?
  • Kennt die- bzw. derjenige die (wichtigsten) Kunden und Lieferanten?
  • Wurde die- bzw. derjenige im Testament als Nachfolger eingesetzt?
  • Wurde das Testament so verfasst, dass die Liquidität des Unternehmens (= Verfügbarkeit über genügend Zahlungsmittel) nicht durch Pflichtteilansprüche der Erben gefährdet wird?
Letzte Aktualisierung: 30.09.2015

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