Beratung und Hilfe

© Harald Hirsch

Ein Betrieb bzw. der Anteil an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft soll in naher Zukunft an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben werden. Was muss getan werden?

  • Eine geeignete Person muss gefunden werden.
  • Der Verkaufspreis muss festgelegt werden.
  • Der Investitionsbedarf für den Unternehmenskauf muss bestimmt werden.
  • Die Rechtsform des neuen Unternehmens muss festgelegt werden.
  • Ein Übernahmekonzept, einschließlich Geschäftsplan, muss erarbeitet werden.
  • Fördermöglichkeiten sollten recherchiert werden.
  • Ein Kreditinstitut, das den Prozess begleitet, muss gefunden werden.
  • Steuerberater und Rechtsanwälte sind zu konsultieren.
  • Kaufverträge und andere Verträge sind zu formulieren.
  • Der Übergabetermin muss verbindlich fixiert werden.

Bei Fragen zur Unternehmensnachfolge können Sie sich bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern des Landes Brandenburg informieren. Auch Banken und Sparkassen oder Wirtschaftsfördergesellschaften bieten Beratungen an. Ist eine Nachfolge aus der Familie oder dem Mitarbeiterkreis nicht möglich, helfen die Kammern bei der landes- oder bundesweiten Suche nach einem Nachfolgekandidaten und der Moderation der gesamten Unternehmensnachfolge. Übrigens: Auch Beratungen können durch finanzielle Zuschüsse gefördert werden.

  • Das Unternehmen wird einem Check unterzogen, um betriebswirtschaftliche Aussagen treffen zu können.
  • Es wird ein individueller Maßnahmeplan zur Gestaltung des Übergabeprozesses entwickelt.

Wenn der Alt-Eigentümer ausscheidet, können natürlich auch ein oder mehrere Beschäftigte des Unternehmens das Unternehmen übernehmen und weiterführen (sog. Management-Buy-out - MBO). Dies kann von Vorteil sein: Eigene Beschäftigte kennen das Unternehmen und die Stärken und Schwächen „ihres" Unternehmens meist besser als jeder „fremde" Nachfolger. Das hat für den Alt-Eigentümer den Vorteil, dass er sich auf eine erfolgreiche Fortführung seiner Arbeit eher verlassen kann und seine Altersversorgung z.B. durch eine Rente seitens der Nachfolgerin oder des Nachfolgers sicherer ist.

Aber es gibt auch Nachteile. Beschäftigte des Unternehmens sind in aller Regel keine „Millionäre". Sie müssen sich also für den Kauf des Unternehmens einen hohen Anteil an Fremdkapital leihen. Darum ist es aus ihrer Sicht besonders wichtig, dass

  • das zu übernehmende Unternehmen so ertragreich ist, dass sie Zinsen und Tilgung regelmäßig erwirtschaften können,
  • sie ausreichende Sicherheiten für die Finanzierung anbieten können, ohne den Handlungsspielraum für notwendige Investitionen zu sehr einzuschränken.

Für den Fall, dass Eigentümer und Nachfolger für eine Übergangszeit gemeinsam das Unternehmen leiten, müssen sich beide darauf einstellen, eine neue Rolle zu spielen:

  • Die Alt-Eigentümerin bzw. der Alt-Eigentümer muss akzeptieren, nicht mehr „die erste Geige" zu spielen und sich ehemaligen Untergebenen unterzuordnen.
  • Die Nachfolgerinnen oder Nachfolger müssen sich darauf einstellen, ihrem ehemaligen Chef (und ggf. auch den Rest der Belegschaft) gegenüber nun als Unternehmensführung aufzutreten.

Letzte Aktualisierung: 31.08.2016

Kontakt

Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg

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