15.03.2010Sein Beispiel macht Mut!
Steffen Tremel fing als Alleinunternehmer an und machte ohne finanzielle Unterstützung aus seiner Möbelwerkstatt corpuslinea ein Erfolgsunternehmen. Rückschläge blieben auf diesem Weg nicht aus. Jetzt wurde er für den Landessieg in Brandenburg nominiert. In der von modernster Technik beherrschten Werkshalle von corpuslinea entstehen ungewöhnliche, anspruchsvolle Möbel - gefertigt von einem 14-köpfigen Team.
Seit 1998 entwerfen Steffen Tremel und seine Mitarbeiter individuelle Einrichtungsgegenstände für Privathaushalte und Geschäftskunden. Begonnen hat der Schreinermeister, der in Hoppegarten gelernt und in Nürnberg seinen Meistertitel abgelegt hat, als Arbeitnehmer in einer Wochenend-Werkstatt. Entsprechend schwer war anfangs die Vermarktung. Inzwischen hat sich das Unternehmen durch erstklassigen Service einen Namen gemacht. Bei "Mutmacher der Nation", Deutschlands größter Mittelstandsinitiative, wurde er jetzt für den Landessieg in Brandenburg nominiert.
Weg von der Massenfertigung, hin zur Maßgestaltung, das schwebte Steffen Tremel vor. "Mein größter Wunsch war es, eigene Ideen umzusetzen und nicht nur nach Anweisung zu arbeiten", erinnert sich der Schreinermeister. Doch wie sollte er das Vorhaben finanzieren? 1997 folgte er einem verlockenden Angebot: Ein Tischlereiinhaber am Stadtrand von Berlin will sein marodes Unternehmen verkaufen. Tremel übernimmt mit Aussicht auf Betriebsübernahme die Leitung. Als das Geschäft wieder floriert, macht der alte Besitzer einen Rückzug. "Ich hatte schon fest damit gerechnet, Belegschaft und Maschinenpark für kostengünstig wenig Geld zu übernehmen. Plötzlich stand ich wieder vor dem Nichts."
Übergangsweise nimmt er eine Stelle als Ausbilder an und baut parallel aus Privatmitteln eine Werkstatt auf, in der er am Wochenende Möbel fertigt. Der Kundenstamm wächst und 1998 fällt der Startschuss für corpuslinea. Dort stellt der fleißige Handwerker maßgefertigte Möbel für intelligente Raumnutzung her, arbeitet mit innovativen Werkstoffen und neuen Materialkombinationen mit Holz. "Auf einmal hatten wir so viel zu tun, dass ich Leute einstellen und mehrmals mich erweitern umziehen musste", erzählt Tremel rückblickend. Aus diesem Grund wird 2007 ein riskanter Schritt notwendig: Der gestandene Geschäftsmann nimmt einen Kredit auf und kauft in Hoppegarten ein Grundstück, auf dem er seine eigene große Werkshalle baut. Nach einem Vierteljahr Bauzeit unter großem Druck folgt 2008 der Umzug.
Mittlerweile beschäftigt Tremel 14 Angestellte, mit denen er die anspruchsvollen Kundenwünsche umsetzt und einen Internetshop versorgt. Für sein intelligentes Möbelprogramm hat er einen weiteren zwei weitere Meister, zwei Diplom-Ingenieure und Gesellen angestellt. Zwei Buchhalterinnen und drei Lehrlinge komplettieren die Mannschaft. Die Frauenquote beträgt übrigens 50 Prozent. Um die Zukunft braucht sich der Handwerksmeister nicht zu sorgen. 1500 Kunden verzeichnet seine Adressdatenbank. Auf der "Grünen Woche" werden ihm 40 Stühle mit modernsten Funktionen für eine entspannte Körperhaltung förmlich aus den Händen gerissen. Stückpreis: ab 1 500 Euro. Die Geschäftslage seines Unternehmens schätzt er als sehr gut ein. Und er scherzt: "Wenn so die Krise aussieht, würde ich sie noch zehn Jahre haben wollen."
Seit Juni 2009 ist er Mitglied in einem Hamburger Kreativ-Kontor, wo er Kunden in einer Dauerausstellung Möglichkeiten und Ideen für die Holzverarbeitung vorstellen kann. Mit fest in die Zukunft gerichtetem Blick nimmt Steffen Tremel jetzt die erste Etappe bei "Mutmacher der Nation", Deutschlands größter Mittelstandsinitiative. "Mutmacher der Nation" ist die bundesweite Mittelstands-Initiative der Verlegergemeinschaft "Das Örtliche". Schirmherr ist der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulff. Bereits zum sechsten Mal werden Unternehmer ausgezeichnet, die auch in Krisenzeiten nicht aufgeben und mutige Vorbilder für Deutschland sind.
Quelle: www.hwk-ff.de



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